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| Ernst Barlach |
| Ernst
Barlach wurde 1870 in
Wedel (Holstein) geboren. Er lebte von 1910 bis zu seinem Tod 1938 in Güstrow
. Hier entstanden seine größten Werke. Die 1994 gegründete
Ernst-Barlach-Stiftung bewahrt die umfangreichste Sammlung seines
Werkes und wichtige Lebensdokumente. Die Ausstellungen in der Gertrudenkapelle
, dem Atelierhaus am Heidberg, dem Ausstellungsforum neben dem Atelierhaus
und den Schwebenden im Güstrower Dom besuchen jährlich rund 70000
Gäste. Seine achtwöchige Reise 1906 nach Russland und in die Ukraine prägten seinen eigenen, von psychischer Ausdruckskraft erfüllten künstlerischen Stil. In Barlachs Werken spiegeln sich elementare Befindlichkeiten des Menschen wie Gefühle, Verhaltensweisen und Würde wider. Für die Städte Güstrow, Kiel, Magdeburg, Hamburg und Lübeck schuf er die Denkmäler in Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Sein Werk umfasst mehr als 2000 Zeichnungen, 450 Plastiken, 100 Skizzenbücher, Lithographien und Holzschnitte. In Deutschland gehörte Barlach zu den verfremdeten Künstlern. Viele seiner Arbeiten wurden von den Nationalsozialisten in den dreißiger Jahren zerstört und beschädigt. Sie verfolgten ihn und trieben Barlach in die Isolation. |
| Gertrudenkapelle |
| Die Kapelle
ist ein einschiffiges spätgotisches Bauwerk mit Backstein verblendet
aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde bis Mitte des 16. Jahrhunderts als
Siechenkapelle und später als Friedhofskapelle genutzt. 1936 nutzten
sie die Nationalsozialisten als Ahnenhalle. Nach Restaurierung wurde 1953 eine Gedenkstätte für Ernst Barlach errichtet. Hier werden Holzskulpturen und weitere bildhauerische Werke von Barlach gezeigt. |
| Atelierhaus |
| Ernst Barlach
benötigte Ende der 20-iger Jahre wegen der guten Auftragsituation
entsprechende Werkstattbedingungen für die Arbeit an großen
bildhauerischen Werken. Er ließ sich 1930/31 das Atelierhaus mit
Wohnung am Inselsee bauen. Die erwarteten Aufträge blieben jedoch
angesichts der sich veränderten politischen Verhältnisse aus. Barlach
lebte hier bis 1938. Die seit 1978 zugängliche Gedenkstätte gibt mit rund 300 Plastiken, 110 Handzeichnungen, 430 druckgraphischen Werken, Skizzenbüchern und persönlichen Dokumenten einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Künstlers. Unter anderem werden Barlachs berühmten Holzskulpturen, wie Der Träumer (1925), die Lachende Alte und die Frierende Alte (1937) gezeigt. |
| Ausstellungsforum |
| In
unmittelbarer Nachbarschaft zum Atelierhaus wurde 1997/98 das
Ausstellungsforum der Ernst Barlach Stiftung errichtet. Nach der
Wiedervereinigung war dies der erste Museumsneubau in den neuen
Bundesländern. Für die Bewahrung und Pflege des Werkes, die Präsentation und für Veranstaltungen sind mit dem Ausstellungsforum ausgezeichnete Bedingungen geschaffen worden. |