Das Rathaus der Hansestadt Stralsund

Das
Rathaus ist ein Juwel der norddeutschen
Backsteingotik und der
bedeutendste Profanbau der Stadt, es stößt mit der nördlichen Schmalseite an den Alten Markt.
Das höchst eindrucksvolle Ensemble
gotischer Baukunst mit seiner prächtigen Fassade entstand vermutlich um das Jahr 1400 nach dem Vorbild des Rathauses in Lübeck. Eine zweischiffige, gewölbte Laubenhalle, die ehemalige Gerichtslaube, befindet sich hinter den spitzbogigen Arkaden des Erdgeschosses. Im Obergeschoss liegt der sogenannte Löwensche Saal.
Sieben Pfeilervorlagen, die in behelmte Türmchen auslaufen, übernehmen
die vertikale Gliederung der oberen Fassadenhälfte. Die dazwischen
eingespannten Wandfelder mit gekuppelten Blendbogenöffnungen münden in
krabbenbesetzte Wimperge mit eingeschriebener Rosette.

In den langgestreckten
Innenhof
des Gebäudes, der durch ein Glasdach zur
Passage umgewandelt wurde, gelangt man durch die ehemalige Gerichtslaube.
Als ältester Teil entstanden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts
die Längsflügel.
Ursprünglich waren es zwei schmale Giebelhäuser mit
kreuzgewölbten, zum Innenhof offenen Verkaufsräumen im Erdschoß. Diese
wurden anfangs durch einen südlichen, später auch durch einen
nördlichen Querbau verbunden, an dessen Stelle dann um 1400 der
Neubau mit der marktseitigen Schaufront trat.
Das
Renaissanceportal im
Nordflügel (an der Treppe zum Obergeschoss) wurde 1579 eingebaut und der
Innenhof erhielt 1680 die hölzerne, auf Säulen ruhende Galerie. Die
Westseite wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im barocken
Stil umgestaltet, u.a. ein pilastergerahmtes Portal mit dem Stadtwappen.
Der gotische Gesamtcharakter des Gebäudes wurde durch die Restaurierung
1881-1887 verstärkt herausgearbeitet.
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