Die Geschichte der Hansestadt Stralsund

Zu Beginn des
13. Jh. entstand neben dem slawischen Fischer- und Fährdorf
Stralow eine deutsche Kaufmannssiedlung, die
1234 von Fürst Witzlaw I.
lübisches Stadtrecht erhielt. Um den Alten Markt und die Nikolaikirche
befand sich das älteste Stadtgebiet; südlich davon lag die sog. Neustadt
um den neuen Markt mit der Marienkirche.
1249 begannen die
Stralsunder, nach dem überfall des mächtigen Konkurrenten Lübeck, eine
Stadtbefestigung mit zehn Toren zu errichten, sie schloss auch die
Neustadt mit ein.
1303 war der Vereinigungsprozess der beiden Städte mit
dem Bau der Jakobikirche abgeschlossen.
Im Jahr
1293 trat die Stadt der Hanse bei. Stralsund kam durch
Schiffsbau und Fernhandel, überwiegend mit Waren und Rohstoffen aus
Skandinavien, dem Baltikum und Russland, zu Wohlstand und politischem
Einfluss und gehörte schon bald zu den einflussreichsten Hansestädten an
der Ostseeküste. Ihre selbständige Stellung verlor sie auch unter der
Herrschaft der Pommernherzöge (ab 1325) nicht.
1361 zog sie zusammen mit
der Hanse in den Krieg gegen Dänemark. Die politische und wirtschaftliche
Vormachtstellung der Hanse war lange Zeit gesichert durch den
1370
in Stralsund geschlossenen
Frieden. Gegen Ende des
15. Jahrhunderts nahm
die Bedeutung immer mehr ab und auch Stralsunds Blütezeit war überschritten.

Während des Dreißigjährigen
Krieges
1628 wurde die Stadt von Wallenstein belagert, sie hielt unter großen Zerstörungen stand.
1648
mit dem Ende des Krieges fiel sie zusammen mit Vorpommern an Schweden, das
sie zur Festung ausbaute. Belagerungen und Plünderungen während
der Nordischen Kriege ließen Stralsund wirtschaftlich erst wieder
hochkommen, als Schweden
1720 den Regierungssitz von
Schwedisch-Pommern hierher verlegte.
1815 nach dem Wiener Kongress gehörte Stralsund wie
Rügen und Vorpommern zu Preußen. Nach der Industrialisierung wurde
Stralsund
1863 an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
1873 entstanden die
durch den Knieperteich und den Frankenteich von der Altstadt getrennten
Vorstädte nach der Schleifung der Befestigungsanlage.
Die Rolle Stralsunds als Tor zur Insel Rügen, zu der seit 1883
Fährverkehr bestand, wurde durch den Bau des Rügendamms
1936 verstärkt.
Die Altstadt von Stralsund erlitt durch einen Angriff am 6. Oktober
1944
schwere Schäden. Eine rasche Entwicklung zur Industrie- und Hafenstadt
(Ostseehandel) nahm Stralsund nach dem Zweiten Weltkrieg. In der
1948
gegründeten Volkswerft fanden viele Stralsunder Beschäftigung. Sie
gehört weltweit zu den größten Spezialwerften für Fischereifahrzeuge.
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