Bewegte Entwicklungen & Historische Fakten
Der Ortsname wird erstmalig mit der Gründung des Zisterzienserklosters bei Althof im Jahre 1171 urkundlich erwähnt. Nach der Zerstörung des Klosters Althof erfolgte die Errichtung des Klosters Doberan am heutigen Standort. Das Kloster war bis zur Reformation 1552 Dreh- und Angelpunkt der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Doberans.
Während des 30-jährigen Krieges wurde Doberan durch kaiserliche Truppen und Schweden stark verwüstet. Nachdem der Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg diesen Ort zu seiner Sommerresidenz machte, vollzog sich ein bemerkenswerter Aufschwung der Stadt. Vor den Toren der Stadt wurden 1793 das erste deutsche Seebad Heiligendamm gegründet und im Jahre 1822 die erste deutsche Pferderennbahn errichtet. Die Badekultur wurde so zum Haupteinnahmegeschäft der Stadt gemacht.
Namhafte Baumeister wie Carl Theodor Severin und Johann Christoph von Seydewitz schufen bis 1823 das Gesicht Doberans und Heiligendamms im rein klassizistischen Stil. So entstanden unter anderem das Logierhaus, das Salongebäude mit dem repräsentativen Festsaal im Empirestil, das Palais des Fürsten, das Prinzenpalais, das Stahlbad, mehrere Bürgerhäuser sowie die vielgerühmten Pavillons im chinesischen Stil einschließlich des Kleinods der Gartenbauarchitektur, des sogenannten Kamps. Auch die erste europäische Galopprennbahn entstand in dieser Zeit.
1879 erhielt Doberan das Stadtrecht. Der Bau der Eisenbahnlinie Rostock–Bad Doberan–Wismar 1883/84 und von 1886 bis 1910 die Einrichtung einer Dampf-Schmalspurbahn „Molli“ verbesserten die Verkehrsanbindung für die Stadt, konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das einstige Anhängsel, das Seebad Heiligendamm, zum eigenständigen Seebad entwickelt hatte.
In den folgenden Jahren wurde es wieder ruhiger um Doberan. 1908 eröffnete Glashäger hier eine Produktionsstätte. 1921 erhielt Doberan den Zusatz „Bad“. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die kampflose Übergabe an die Rote Armee. Dadurch blieben alle historischen Bauten erhalten. Auch zu DDR-Zeiten war Doberan ein beliebter Urlaubsort. Allerdings - die Galopprennbahn war leider geschlossen. Nach der Wiedervereinigung wurde sie jedoch 1993 feierlich wieder eröffnet. Auch Kurkliniken und das Kempinski Hotel, heute Grand Hotel Heiligendamm, entstanden. 2000 erhielt Bad Doberan Anerkennung als Heilbad und 2007 fand der G8-Gipfel in Heiligendamm statt.
Heute ist die Stadt mit ihren Ortsteilen wieder ein beliebter Kur- und Badeort, den viele Besucher wegen seiner außergewöhnlichen Architekturmischung und der Nähe zur Ostsee zu schätzen wissen.




