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Südliche Boddenküste, Ostseeküste Die Boddenküste
Die vorpommersche Boddenküste ist eine Besonderheit der deutschen Ostseeküste. Sie erstreckt sich vom Süden Fischland-Darß über den Südosten Hiddensees, erfasst weite Küstenbereiche Rügens und endet nordwestlich der Insel Usedom. Nur ein kleiner Zipfel ragt in den mecklenburgischen Landesteil hinein.
Es handelt sich bei der Boddenküste um eine stark gegliederte zweite Küstenlinie. Die Außenküste ist direkt dem Meer zugewandt, während ihr Pendant landeinwärts hinter vorgelagerten Inseln oder Halbinseln liegt. Weil die Boddenküste von direkter Meereseinwirkung geschützt ist, bietet sich dem Betrachter auch ein völlig anderes Erscheinungsbild. Der Küstenverlauf ist von vielen Buchten gegliedert und von Schilfgürteln oder Weideland gesäumt. Das Wasser hat einen noch geringeren Salzgehalt als das der Ostsee. Es erschließt sich eine Landschaft, die für manchen erst auf den zweiten Blick ihre Schönheit offenbart.
Ihre Entstehung verdankt sie – wie die Ostsee selbst – der letzten Eiszeit. Da diese erdgeschichtlich gesehen zwei Sekunden her ist, laufen landschaftliche Formgebungsprozesse bis heute. Eiszeitliche Ablagerungen gliedern die Landschaft, durchziehen sie mit flachkuppigen Grundmoränen, aufragenden Endmoränenwällen und Sanderflächen. So war auch die Urostseeküste beschaffen, zunächst allerdings noch ohne Wasser. Dann stieg der Meeresspiegel und fortan ragten Inselkerne aus ihm heraus. Die Westwindströmung half dem Meer dabei, an einigen Stellen Material abzutragen, um es an anderer Stelle wieder abzulagern – also den Küstenverlauf auszugleichen. Daher entstand die Bezeichnung Ausgleichsküste. Die Kraft von Wind und Wasser verband die ursprünglichen Inselkerne zum Teil miteinander und schuf darüber hinaus Nehrungen – sogenannte Landzungen oder Halbinseln. Kurz gesagt schob sich durch den Materialtransport eine zweite Küstenlinie vor die erste – wie wunderbar! Trägt dieser Prozess doch zur Schönheit und Vielfältigkeit des heutigen Erscheinungsbildes bei.
Augrund der ausgedehnten Flachwasserbereiche der Bodden erwärmen sich diese schneller als die Ostsee selbst und sind daher auch nährstoffreicher. Das Ökosystem Boddenküste ist also noch empfindlicher gegenüber Schadstoffeintrag als die Ostsee. 
Dem Urlauber bieten die Boddengewässer früher im Jahr angenehme Wassertemperaturen, wogegen im Winter Eisbildung keine Seltenheit ist. Schwankt der Salzgehalt der Ostsee zwischen 0,8 und 1,2%, so liegt selbiger im Boddenflachwasser lediglich im Bereich von 0,3 bis 0,9 Teilen von Hundert. Die Boddengewässer können damit weder den Meeres- noch den Binnengewässern zugeordnet werden. Das bedeutet, Meeres- oder Süßwasserlebewesen können hier kaum existieren. Umso reichhaltiger sind diejenigen Arten vertreten, denen die Anpassung an diese besonderen Lebensumstände gelang.