Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen

Wo Niederdeutsch zu Hause ist ...

Ihre Popularität verdankt die Stadt Stavenhagen ohne Zweifel ihrem berühmten Sohn Fritz Reuter, dem bedeutendsten Schriftsteller niederdeutscher Sprache, der hier im Jahr 1810 geboren wurde.
Stavenhagen hat eine Reuterstraße, einen Reuterplatz, eine Reuterschule, Reuter-Apotheke ... und das Fritz-Reuter-Literaturmuseum, das Haus Nummer 1 auf dem Marktplatz.

Ehemals Stavenhagens Rathaus, in dem der Vater Reuter fast 40 Jahre lang als Bürgermeister arbeitete und lebte, bewahrt es heute eine umfangreiche Sammlung von Reuters Handschriften, Dokumenten und Sachzeugen seiner Zeit und eine Fachbibliothek mit einem Bestand von etwa 15.000 Bänden. Im Jahr 2001 wurde das gesamte Haus saniert, die Räume wurden neu gestaltet und viele technische Details verändert. Die ebenfalls im Jahr 2001 völlig erneuerte ständige Ausstellung dokumentiert anschaulich und eindringlich Höhen und Tiefen im Leben und im Schaffen des großen Mecklenburgers. Nicht nur Handschriften sind zu sehen, auch die Gemälde von Reuters Hand laden den Gast zum Schauen ein.

Ausstellungsräume des MuseumsDie Geschichte Mecklenburgs im 19. Jahrhundert und eine Reihe von Ton- und Filmbeispielen sind an mehreren Computerplätzen abzurufen, und in einem Filmkabinett wird der Besucher Gefallen an sehr unterschiedlichen Verfilmungen von Reuters Werken „Ut de Franzosentid“, „Ut mine Festungstid“ und „Ut mine Stromtid“ finden. Für Rollstuhlfahrer steht ein Lift zur Verfügung.
Fünf Stationen "för mi" sind den kleinen Besuchern gewidmet.

Reuter-Freunde aus nah und fern sind gern zu Gast in dem schönen Haus, tauchen ein in die Atmosphäre norddeutschen Lebens im 19. Jahrhundert, lassen sich in Führungen, Vorträgen und Lesungen mit der mecklenburgischen Mentalität und der niederdeutschen Literatur vertraut machen und mit einer Sprache, die durch Fritz Reuter Aufmerksamkeit und Wertschätzung über die deutschen Grenzen hinaus errang. Die „Stemhäger“ leben gut mit ihrem Reuter und begleiten aufmerksam und mit kritischer Liebe die Arbeit des Museums, zu dessen Erhalt und Gedeihen sie sich bekennen. Für die in vielen Details spürbare Zuneigung dankt das Museum durch Veranstaltungen, die zum Teil über den „stillen“ Museums - Rahmen hinausgehen. Die jährlichen – jeweils am dritten Wochenende im Juni stattfindenden – Reuterfestspiele sind bereits Tradition, ebenso der „Plattdütsche Stammtisch“. Die Kinderveranstaltung „Unkel Hers’, wat seggst du?“ ist ein Wettspiel um plattdeutsche Sprache und norddeutsche Geschichte, nach dem manchmal alle Beteiligten heiser sind, doch dann war’s besonders lustig.

Lübbert GemäldeIm Haus 2 ist eine ständige Ausstellung dem Maler und Illustrator Ernst Lübbert (1879 – 1915) gewidmet. Ernst Lübbert arbeitete nach seiner Ausbildung an der „Königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin“ in Charlottenburg erfolgreich als Illustrator und Werbezeichner und begann auch in der Porträt- und Genremalerei eine aussichtsreiche Karriere. Er fiel als Soldat 1915 an der Ostfront.

Die Stadt Stavenhagen hat dem Museum ein Nebengebäude zur Verfügung gestellt, in dem neben Büro- und Archiverweiterungen drei Räume nun die ständige Ausstellung „Ernst Lübbert - Leben und Werk“ beherbergen. Gezeigt werden neben Informationen zu Leben und Werk Gemälde aus eigenen Beständen und Leihgaben aus unterschiedlichen Sammlungen.

Die Besetzung von Mecklenburg durch die französischen Truppen im Jahre 1806 war der Anlass für eine nochmalige thematische und räumliche Erweiterung des Fritz-Reuter-Literaturmuseums. Im Bilder aus der FranzosenzeitGewölbe des Schlosses zu Stavenhagen, das jetzt als „Bürger- und Verwaltungszentrum“ der Stadt dient, zeigen wir die ständige Ausstellung „Franzosenzeit in Mecklenburg 1806 - 1813“ mit einer einzigartigen Sammlung historischer Waffen.

Am Originalschauplatz von Fritz Reuters „Ut de Franzosentid“ ist so erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern eine fachübergreifende Ausstellung installiert worden. Sie verbindet militärgeschichtliche Aspekte, das Alltagsleben der mecklenburgischen Bevölkerung zwischen 1806 und 1813 und literarische und künstlerische Zeugnisse dieser Zeit.

»» Weitere Informationen im Internet unter www.Fritz-Reuter-Literaturmuseum.de