In den späten Morgenstunden treffen sich Reiter mit ihren geschmückten Rossen am Ort des Geschehens. Von Zuschauern umringt ziehen sie samt Gefolge - Kutschen mit Veteranen, Ehrengästen und der Musikkapelle - durch die Stadt, um den Tonnenkönig vom letzten Jahr abzuholen.

Wenn sie sich dann alle wieder versammelt haben, wird mit einer Zeremonie das
Holzfass in die Höhe gehieft und der Wettstreit kann beginnen.
In 3,20m Höhe hängt ein mit Eichenlaub und Girlanden geschmücktes Holzfass mit Stäben, welches Heringsfass genannt wird. Die Reiter haben nun die Aufgabe, dieses Fass zu zerstören. Sie reiten dafür im Galopp unter dem Fass durch und schlagen mit Keulen darauf ein. Es gibt bei diesem Wettstreit meistens 3, manchmal auch nur 2 Sieger - einen Boden-, einen Stäbe- und einen Tonnenkönig.
Der
Bodenkönig wird gekürt, wenn das letzte Stück Boden gefallen ist. Es tritt eine Pause ein, in der der Sieger einen Tusch, ein Geschenk und eine Schärpe erhält. Der Reiter darf zwar mitreiten, aber nicht mehr auf das Fass einschlagen.
Stäbe- und Tonnenkönig kann ein Reiter alleine werden, wenn er es schafft mit dem letzten Stück Stab auch den Deckel vom Holzfass zu zerstören - meist gelingt dies nicht...

Ist der
Stäbekönig herausgefunden, machen die Reiter ebenfalls eine Pause und ehren den Sieger. Auch er bekommt eine Schärpe, einen Tusch und ein Geschenk.
Der
Tonnenkönig wird mit einem dreifachen "Gut Schlag!" ausgezeichnet und erhält eine mit selbstgemachten Silberorden bestückte Königsschärpe. Der Reiter hat nun ein Jahr Zeit, diese Schärpe mit seinem eigenen Symbol zu vervollständigen.
Einen König gibt es noch zu küren, allerdings erhält dieser eher Spott und Hohn als Ehre - der
Sandkönig ist gemeint. Dieser "Sieger" ist derjenige Reiter, der als erstes vom Pferd fällt. Für diese "Ehre" wird ihm das Strohkreuz verliehen. Beim abendlichen Tonnenball - dem Abschluß des Festes - wird mit Tanz und Musik den Siegern geehrt.
Höhenpunkt einer solchen Zeremonie war im Jahr 2000 das Flutlicht- Tonnenschlagen in
Dierhagen. Somit hatte der Urlauber nicht die Qual der Wahl, sondern er konnte sich morgens an den Strand legen und abends beim Ritt unter das Fass zusehen. Aber auch für die Reiter war es eine willkommene Abwechslung - sie konnten gleich nach der Kür des Tonnenkönigs beim direkt anschließenden
Tonnenball zeigen, was sonst noch so in ihnen steckte.