[ Zingst: Störtebekerstrasse ]
Ostseebad Zingst und Umgebung

Das äußere Bild von Zingst erweckt den Eindruck von Gegensätzlichkeit und wenig Geschlossenheit. Neben alten und neuen Gebäuden landschaftstypischer Prägung finden sich auch Zeugnisse einer einseitig nur ökonomisch ausgerichteten Bauweise. Dieses Erscheinungsbild wird besonders deutlich bei einem Gang durch die Störtebekerstraße.
Die Nummer 4 ist ein liebevoll erhaltenes Rohr- (Reet-/Schilf-) dachhaus mit Krüppelwalmdach, wie es hier über Jahrhunderte üblich war. Die geschnitzten und bemalten Haustüren fertigten die Fahrersleute während der langen Seereisen selbst. Während solche Türen aber in Zingst selten geworden sind, bestimmen sie in den Darßorten Prerow, Wieck und Born noch sehr häufig das Ortsbild. Bedeutend jünger, aber gut nachempfunden, ist das Haus 7 a. Beachtenswert hier das typische "Ochsenauge", ein gerundetes Fenster im Dachgeschoss. Den Gegensatz dazu bildet das danebenliegende, 1973 errichtete, Hotel "Störtebeker".
Es ist ein typisches "Architektur"-Beispiel für den gewerkschaftlich organisierten Massentourismus zu DDR-Zeiten, der einerseits vielen Menschen einen sehr preiswerten Ostseeurlaub ermöglichte, andererseits aber auf landschaftstypische Besonderheiten wenig Rücksicht nahm.
 
 

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