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[Das Land - Fakten:
Bedeutende Persönlichkeiten]
Mecklenburg-Vorpommern

Literatur, Kunst, Architektur und die einzigartige Naturlandschaft sind die Markenzeichen für den Kultur- und Freizeitstandort Mecklenburg-Vorpommern.
Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten waren eng mit dem Land zwischen Ostsee und Mecklenburger Seenplatte verbunden und trugen maßgeblich zur kulturellen Tradition des Landes bei. Einige Vertreter sind: . . .





Dr. Ernst Alban (1791 - 1856), war von Beruf zunächst Augenarzt bevor er sich dem Maschinenbau verschrieb. Er war der Begründer der ersten Maschinenbauanstalt in Mecklenburg und gilt als Bahnbrecher des Maschinenwesens in Deutschland. In Plau am See baute er 1840 eine moderne Maschinenfabrik und Eisengießerei. Sein Hauptwerk ist die Erfindung der Hochdruckdampfmaschine mit schwingendem Zylinder (1843). Der erste Binnenraddampfer Mecklenburgs fuhr mit dieser Maschine 1845 von Plau nach Röbel 1845. Die Entwicklung und der Bau zahlreicher moderner Landmaschinen machten Dr. Ernst Alban international bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine Ernst-Alban-Gesellschaft, die die Geschichte von Wissenschaft und Technik in Mecklenburg und dem historischen Pommern als Teil der europäischen Kulturgeschichte erforscht.

Ernst-Moritz Arndt (1769-1860), patriotischer Dichter und Historiker der Befreiungskriege gegen Napoleon. Er wurde in Groß Schoritz (Insel Rügen) geboren und lehrte unter anderem an der Universität Greifswald.

Georg von Arnswaldt (1866-1952), war der Begründer des staatlichen Naturschutzes in Mecklenburg. Er leitete von 1901 - 1934 das Forstamt Schlemmin und entwickelte dieses zum Musterrevier mit beispielhafter waldbaulicher Tätigkeit. Im Schlemminer Forst sehenswert die Wälle einer slawischen Burg, mehrere Hügelgräber und ein Opferstein, ebenso der sagenhafte "Schwarze See".

Ernst Barlach (1870 - 1938), Bildhauer, Grafiker und Literat; studierte von 1891 bis 1896 Bildhauerei an der Dresdener Kunstakademie. 1906 unternahm er eine Reise nach Südrussland. Der schweren persönlichen und künstlerischen Krise entflohen, gelang ihm hier auch - inspiriert von bäuerlichen Schnitzwerken - ein Neubeginn seiner Kunst. 1910 siedelte Ernst Barlach dann nach Güstrow über und verbrachte dort viele Jahre seines Lebens. Hier schuf er zahlreiche ausdrucksvoll geformte Holzskulpturen. Die Ernst-Barlach-Gedenkstätte erinnert in seinem ehemaligen Atelier am Inselsee an die Kreativität des großartigen Künstlers.

Ludwig Bölkow (1912 - 2003) war ein erfolgreicher deutscher Konstrukteur und Unternehmer. Nach einer Assistententätigkeit an der TH Berlin trat Ludwig Bölkow 1939 bei Messerschmitt in Augsburg ein und hatte dort wesentlichen Anteil an der Aerodynamik des ersten Düsenjagdflugzeuges der Welt. Von 1948 - 1956 unterhielt er in Stuttgart ein eigenes Ingenieurbüro für moderne Bauweisen, Fördermittel und Arbeitsstudien, das anfangs ganze drei Mitarbeiter zählte. Er entwickelte Baumaschinen, automatisierte Fertigungsanlagen für Baustoffe und ab 1955 Flugkörper und Hubschrauber. 1955 wurde das Ingenieurbüro zu einer Bölkow-Entwicklungen KG mit eigenen Fertigungsbetrieben umgebaut. Daneben entstand 1959 zur Entwicklung eines senkrecht startenden Kampfflugzeuges der "Entwicklungsring Süd", an dem Bölkow zusammen mit den Firmen Heinkel und Messerschmitt zu je einem Drittel beteiligt war. Aus bescheidenen Anfängen wuchs damit ein Konzern mit beachtlichen Beteiligungen heran. 1968 kam es zur Fusion von Messerschmitt und Bölkow, 1969 gelang auch die Fusion mit der Blohmschen Hamburger Flugzeugbau GmbH. Nach dem Eintritt der Thyssen-Hütte und Siemens war Ludwig Bölkow mit 13,4 Prozent am MBB-Kapital beteiligt. Im Geschäftsjahr 1971/72 erreichte MBB erstmals einen umsatz von über einer Milliarde DM. Sabina Elisabeth Oelgad von Bassewitz (1717 - 1790), verbrachte ihr Leben überwiegend auf dem Familiengut Dalwitz und beschäftigte sich ausgiebig mit Philosophie, Literatur und Musik. Sie betrieb ausgedehnte Korrespondenz mit in- und ausländischen Gelehrten. Dazu gehörten der in der vorpommerschen Kleinstadt Tribsees geborene und später in Berlin wirkende Philosoph Johann Joachim Spalding sowie der berühmte französische Philosoph und Schriftsteller Voltaire. Im Gutspark von Dalwitz steht ein Denkmal für ihren 1783 verstorbenen Ehemann Graf Bernhard Matthias von Bassewitz mit poetischen Versen.

Gebhardt Leberecht Fürst Blücher (1742 - 1819), volkstümlicher Feldherr der Befreiungskriege - bezwang gemeinsam mit Wellington endgültig Napoleon 1815 bei Waterloo - stammt aus Rostock.

Kurd von Bülow (1899 - 1971), bedeutender Geologe, war von 1935-1968 Professor an der Universität Rostock und Direktor des dortigen Geologisch-Paläontologischen Instituts. Neben Arbeiten zur Geologie der Moore und Böden stammen von ihm eine "Geologie für jedermann" und ein "Abriss der Geologie von Mecklenburg".

Georg Adolph Demmler (1804 - 1886), ein Schüler Schinkels und bedeutendster Mecklenburgischer Baumeister, prägte maßgeblich mit seinen Plänen die Stadtentwicklung von Schwerin.

Hans Fallada (1893 - 1947) wurde weltberühmt durch Romane wie „Kleiner Mann – was nun?“, „Wolf unter Wölfen“, „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ und „Jeder stirbt für sich allein“. Er lebte und arbeitete von 1933 - 1944 in dem kleinen Ort Carwitz bei Feldberg. Neben der malerischen Umgebung waren hier familiärer Halt und körperlicher Ausgleich zu seiner geistigen Arbeit gegeben. Die Jahre, welche Hans Fallada in Carwitz verbrachte, gehörten zu seinen glücklichsten und produktivsten. Sein ehemaliges Anwesen dient heute Ausstellungszwecken. Das Hans-Fallada-Museum verfügt über interessante Dokumente zu Leben und Werk des Erzählers.

Hoffmann von Fallersleben (eigentlich August Heinrich Hoffmann; 1798 - 1874) Der bekannte Lyriker und Germanist war wegen seiner politischen Gesinnung aus Preußen ausgewiesen worden und hielt sich von 1844 - 1860 in Mecklenburg auf. Als Klassiker der Kinderlieder sind von ihm u.a. die volkstümlichen Lieder "Winter ade", "Alle Vögel sind schon da", sowie zahlreiche Trink- und Liebesgedichte. Im Gutshaus Scharpzow bei Stavenhagen traf er mit Fritz Reuter zusammen.

Caspar David Friedrich (1774 - 1840), geboren in Greifswald, war der bedeutendste Landschaftsmaler der Romantik. Mit seinen berühmten Bildern "Die Wissower Klinken" (1851) und "Kreidefelsen auf Rügen" (1818) schuf er den Mythos der Insel Rügen.

Gerhart Hauptmann (1862 - 1946), der Literat und Nobelpreisträger verbrachte viele Jahre seines Lebens auf der Insel Hiddensee, wo sich auch die Gerhart-Hauptmann-Gedenkstätte befindet. "Dat söte Länneken" (das süße Ländchen), wie er es nannte, war für ihn Quelle seines produktiven Schaffens. Das Drama "Vor Sonnenuntergang", das in 43 Sprachen übersetzt wurde, entstand u.a. hier. 1912 wurde das Gesamtwerk des bedeutenden Dramatikers mit dem dem Nobelpreis geehrt.

Otto Lilienthal (1848 - 1896), in Anklam geboren, war einer der bedeutendsten Flugpioniere. Seine Forschungen waren Grundlage für die Entwicklung des Flugwesens. Die Brüder Wright knüpften an seine Erkenntnisse an.

Siegfried Marcus (1831 - 1898), geboren in Malchin, galt jahrelang als "Erfinder des Benzinautomobils", wie es noch heute auf dem Marcus-Denkmal vor der Technischen Hochschule in Wien zu lesen ist. Von der Legende, dass er schon 1875 einen ersten Benzin-Motorwagen hergestellt und auch gefahren hatte, mussten sich sowohl die Österreicher wie auch die Malchiner nach Forschungen in den 1960er Jahren verabschieden. Der legendäre Marcus-Wagen wurde tatsächlich erst 1888 gebaut. Siegfried Marcus, der selbst nicht an den Legenden von der Erfindung des Autos mitgewirkt hatte, genießt in Fachkreisen nach wie vor den Ruf eines renommierten Erfinders und einfallsreichen Technikers. Er wirkte seit 1852 am Physikalischen Institut der Universität Wien und meldete eine Vielzahl österreichischer, deutscher, französischer und englischer Patente an.

Helmut Graf v. Moltke (1800 - 1891), der spätere preußische Generalfeldmarschall und berühmte Militärstratege wurde in der Mecklenburgischen Stadt Parchim geboren und begann 1811 seine militärische Laufbahn in der Königlich-Dänischen Akademie Kopenhagen.

Otto Piper (1841 - 1921), der Begründer der wissenschaftlichen Burgenkunde, wurde in Röckwitz geboren, war von 1879 - 1889 Bürgermeister von Penzlin. Er schrieb über mehrere Mecklenburgische Burgen. Sein 1912 erstmals erschienenes Hauptwerk, die "Deutsche Burgenkunde" gehört noch heute zu den Standardwerken der Burgenliteratur.

Heinrich Podeus (1832 - 1905), gebürtig aus Warnemünde, ließ sich 1870 in Wismar als Industrieller nieder und baute 1906 in seiner Waggonfabrik eine Automobilabteilung auf, in der Personenkraftwagen hergestellt wurden. Das vermutlich einzige erhaltene Podeus-Auto, ein Oldtimer aus dem Jahre 1912, ist Eigentum des Technischen Museums Oslo (Norwegen). Das Fahrzeug war 1963 als Wrack in einer Scheune aufgestöbert worden und weilte im Juli 1997 zur 1. Internationalen Ostfold-Wismar-Oldtimer-Rallye in der Stadt seines Ursprungs.

Fritz Reuter (1810 - 1874) ist Mecklenburgs Nationaldichter und gilt als "Goethe der Niederdeutschen". Die sozialen Verhältnisse in Mecklenburg schildert er u.a. in seinem kritischen Gesellschaftsroman "ut mine Stromtid" (1863/64). Mit seinem Schaffen brachte er das "Mäkelborger Platt" in die Weltliteratur. Seine Mecklenburgische Geburtsstadt Stavenhagen, in der man auch das Fritz-Reuter-Literaturmuseum besichtigen kann, nennt sich heute stolz Reuterstadt.

Philipp Otto Runge (1777 - 1810) stammt aus Wolgast und war ein bedeutender Künstler und Theoretiker der deutschen Romantik. Seine Farbenlehre inspirierte so berühmte Maler wie Paul Klee und Franz Marc.

Heinrich Schliemann (1822 - 1890), der weltbekannte Entdecker Trojas und der Königsgräber von Mykene, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Ankershagen (Landkreis Müritz). Das Heinrich-Schliemann-Museum informiert über Lebensweg und Ausgrabungen des großen Archäologen. In Neubukow, seinem Geburtsort, erinnert die Heinrich-Schliemann-Gedenkstätte an den Pionier der Archäologie, der zwar schon in jungen Jahren von der Entdeckung des Homer'schen Trojas träumte, allerdings erst mit 48 Jahren die Ausgrabungen in Hissarlik begann, weil er bis zu dem Zeitpunkt das nötige Vermögen erworben hatte.

Ewald Schuldt (1914 - 1987), zählt zu den bedeutendsten Archäologen Mecklenburgs. Von 1949 - 1964 leitete er die Ausgrabungen der slawischer Burgen in Teterow, Behren-Lübchin, Sukow und Neu Nieköhr/Walkendorf. In den Jahren 1964 - 1972 untersuchte er im Rahmen eines großangelegten Forschungsprogramms 106 Großsteingräber in Mecklenburg.

Klaus Störtebeker (? - 1401 hingerichtet in Hamburg), der berühmte Seeräuber und Pirat stammt wahrscheinlich aus Wismar. Um 1400 war er Freibeuter in der Nord- und Ostsee als Führer der Vitalienbrüder. Auch an der Ostseeküste und im Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns gibt es zahlreiche von der Sage überlieferte Schlupfwinkel Störtebekers. Dazu gehören mehrere Burgen im Warbel-Recknitz-Tal (Pantlitz, Liepen, Schulenberg, Finkenthal, Wardow) und Verstecke in der Trebelregion (der Holm bei Nehringen).

Johann Heinrich von Thünen (1783 - 1850) zählt zu den Mitbegründern der landwirtschaftlichen Standorttheorie. Im Thünen-Museum, auf seinem Gut in Tellow in der Nähe von Teterow, erhalten Besucher aus der ganzen Welt einen Überblick über das Schaffen des ehemaligen Musterlandwirtes und Agrarwissenschaftlers.

Wilhelm Ulenoge ( ? - 1572), Notar, war der berühmteste Urkundenfälscher Mecklenburgs. Von seinen 108 bisher nachgewiesenen Fälschungen, den Zeitraum 1348 - 1569 betreffend, beziehen sich allein 49 auf die Burg Strietfeld. Nachdem der Schwindel 1569 zufällig aufflog, flüchtete Ulenoge vor den herzoglichen Häschern unstet durchs Land und versteckte sich an verschiedensten Orten, wie Ribnitz, Tüzen, Teutenwinkel, Pantlitz, Stralsund, Groß Trebbow. Kraftlos wurde er am 26. Dezember 1569 in Camin bei Wittenburg ergriffen. Es wurde ihm der Prozess gemacht und er auf dem Markt in Güstrow mit dem Schwert öffentlich hingerichtet.

Albrecht von Wallenstein (1583 - 1634), kaiserlicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg, wurde vom Kaiser mit dem Herzogtum Mecklenburg belehnt.

Richard Wossidlo(1859 - 1939) ist der Begründer der Mecklenburgischen Volkskunde und gab u.a. mehrere Sammlungen von Volksüberlieferungen, Sagen, Bräuchen, Sprüchen, Kinderreimen und Rätseln heraus. Er wurde als Sohn eines Gutsbesitzers in Friedrichshof bei Walkendorf geboren und wirkte ab 1886 am Gymnasium in Waren. Durch seine seit 1891 im Lande durchgeführten Sammelreisen wurde er als "Volksprofessor" bei den Mecklenburgern bekannt. Seine umfangreiche Materialsammlung befindet sich im Wossidlo-Archiv Rostock.

Für viele weitere Persönlichkeiten war das Land Mecklenburg-Vorpommern Erholungs- und Wirkungsstätte. So fanden zum Beispiel Kurt Tucholsky, Heinrich Mann, Maxim Gorki und Johann Strauß in den Ostseebädern Ruhe und Inspiration.