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[Sehenswertes: Die Hanse ]
Mecklenburg-Vorpommern

Hansestadt Wismar Der Handel über weite Entfernungen war vor allem im Mittelalter mit großen Gefahren verbunden. Deshalb schlossen sich im 11. Jahrhundert einige Fernhandelskaufleute der damaligen Zeit zum gegenseitigen Schutz zu einer Genossenschaft - der sogenannten Kaufmannshanse - zusammen. 
Die Gründung der Stadt Lübeck 1159 beschleunigte den Aufschwung im Handel darüber hinaus erheblich, es kam hauptsächlich weiter östlich zu einer Reihe weiterer Stadtgründungen.

Diese Städte folgten dem Beispiel der Kaufleute und bildeten ebenfalls einen Zusammenschluss.  Lübeck, Wismar, Rostock und Stralsund waren die Gründungsmitglieder der Hansestadt Stralsund sogenannten Städtehanse, deren erstmalige Erwähnung für das Jahr 1266 verbürgt ist. Das Bündnis war sehr erfolgreich und gelangte besonders nach einem Sieg über das machthungrige Dänemark 1370 zu große Blüte.
Zu ihrer Hochzeit umfasste die Hanse 70 feste Mitglieder und 130 assoziierte Städte. Damit war sie der mächtigste Städtebund Europas. Dies ist um so erstaunlicher, wenn man weiß, dass die Hanse weder ein Statut oder ein Siegel noch ein festes Heer zur Durchsetzung ihrer Interessen besaß. 
Das Erfolgsgeheimnis lag in der Lockerheit des Bündnisses und seiner alleinigen Ausrichtung auf gemeinsame wirtschaftliche Interessen. Aus anderweitigen machtpolitischen Fragen hielt man sich heraus.

Hansestadt Stralsund
Übrigens lagen die Mitgliedsstädte keineswegs nur an der Ostsee, beispielweise seien Köln und Quedlinburg genannt. Innerhalb des Bundes hatte die Stadt Lübeck die anerkannte Führungsrolle, abgehaltene Hansetage waren das Entscheidungsgremium zur Fassung verbindlicher Beschlüsse. Hansetage wurden nur bei Bedarf abgehalten, es nahmen an ihnen auch nie alle Städte des Bündnisses, sondern nur diejenigen teil, deren Interessen jeweils berührt waren. Man handelte vor allem mit Fertigprodukten, die gegen Rohstoffe getauscht wurden. Eine Ausnahme bildet das Salz, ein damals sehr wichtiger Rohstoff, verwendete man ihn doch hauptsächlich zum Konservieren von Lebensmitteln. Lübeck besaß das wichtige Recht zum Alleinvertrieb des in Lüneburg gewonnenen Salzes.

Das gewachsene Beziehungsgeflecht langjähriger Handelskontakte schuf die Grundlage für ein Kreditwesen - eine der wesentlichen Innovationen des Bundes. 
Eine andere betraf die Einführung der Kogge als Transportmittel. Die Dickschiffe waren nicht so elegant wie die üblichen Segler, konnten aber wesentlich mehr Ladung aufnehmen. Die Tonnage begann bei 120t, die Weiterentwicklungen erreichten das Zehnfache dieser Kapazität.

Mit der Entdeckung Amerikas und dem Seeweg nach Asien ging der Handel schließlich zurück, infolge des Dreißigjährigen Krieges mussten Wismar und Stralsund an Schweden abgetreten werden. 
Der letzte Hansetag fand schließlich 1669 statt. Lübeck, Hamburg und Bremen blieben als Restbund erhalten.    

Hansestädte im Mecklenburg-Vorpommern